Silvercore HiFi made in Germany

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812A Vorverstärker

Konzept
 
Nach den erfolgreichen Kopfhörerverstärker mit der 5842 und der ECC99 interessierte mich, ob es möglich sein sollte mit großen Sendetrioden einen Kopfhörerverstärker zu bauen. Also einfach die 5842 raus und die 811A rein wäre zu einfach gewesen...
Für diejenigen, die sich im Leben immer nur von Vernunft leiten lassen, ist das Projekt sicher nichts. Der Rest baut und genießt.
 
Röhre und Übertrager
 
Auf der Suche nach Röhren mir hohem µ und geringem Innenwiderstand bieten sich Sendetrioden wie die 812A an. Die Röhre ist auf eine Anodenspannung von 1250 Volt bei 35mA ausgelegt, das µ beträgt dann 29. Der für Vorverstärker und Treiberstufen konzipierte Übertrager OPT VV verträgt bis zu 60mA DC. Der untere Bereich der Kennlinie der Röhre verläuft relativ gerade, ich versuch also 500 Volt. Mit dieser Versorgungsspannung reicht der Arbeitswiederstand im Übertrager mit 5k. Mit 5k / 150 Ohm besitzt der Übertrager ein ü von 5,77 und ich überschlage grob:
2V Eingang mal Röhrenverstärkung 29 geteilt durch 5,77 ergibt 10Volt.
Daß mit sinkender Versorgungsspannung auch das µ absinkt hat hier nur marginalen Einfluss.
 
Die Schaltung
 
Ich verwende im Eingang den silvercore stepper, einmal um die Lautstärke zu regeln, andererseits um die Röhre galvanisch von der Quelle zu trennen. Ein UKW-Schutzwiderstand zum Gitter ist nicht notwendig, der Übertrager sollte jedoch sekundärseitig mit einem Arbeitswiderstand von 20 bis 50k abgeschlossen werden.
Die negative Gitterspannung erzeuge ich mit zwei NiMH Accus zwischen Kathode und Masse. Der Ruhestrom entspricht einem Ladestrom durch die Accus, sodaß diese sich automatisch im Betrieb aufladen. Die Spannung stellt sich automatisch auf 1.3Volt pro Zelle also hier 2,6Volt ein. Ich verwende Mignonaccus mit 1600 mAH, die vertragen problemlos bis zu 80mA Ladestrom.
Der Nachteil von Accus ist jedoch, daß sie immer voll sein müssen. Im Normalfall laden sie sich während des Verstärkerbetriebs selbständig auf. Ist der Verstärker jedoch nicht regelmäßig im Betrieb, kann die Spannung durch Selbstentladung abfallen. Dann wird bei Aussteuerung der Übertrager mit Gitter-Strom belastet und klingt absoltut grauenhaft.
 
Das Netzteil
 
Ich bevorzuge die gute alte Technik mit Röhrengleichrichter und L-C Siebung. Viel hilft viel, also zwei Drosseln und drei Siebkondensatoren. Die Gleichrichterröhre 5R4 fährt die Hochspannung in der Aufwärmzeit ihrer Heizung langsam hoch, durch diesen Softstart gibt es keinen Einschalt-Plopp und die Kondensatoren werden geschont. Auch wenn die Spannungen im Netzteil den Einsatz von Elkos zulassen, verwende ich grundsätzlich MKP oder KP Typen.
 
Direct Heating
 
Die 812A ist eine direktgeheizte Triode. Hier sind Kathode und Heizwendel identisch, daher kommt es zwangsläufig zu Brummeinstreuungen über die Heizspannung.
Mit 6,3VAC brummt´s lauter als die Musik. Mit Symmetrierung ändert sich nichts daran. Mit gesiebter Gleichspannung ist´s trotz 10.000 µF unerträglich. Mit Siebdrosseln zwei mal 4mH pro Röhre lassen mich das erste mal Musik hören aber nicht genießen. Eine Regelung mit dem LT1083CP ist eine feine Sache, der verträgt 7,5A und scheint für unsere 4 A bei Dauerlast gut dimensioniert. Je nach Dimensionierung der Trafospannung muß jedoch eine Leistung von ca. 20W pro Röhre mit Kühlkörpern vernichtet werden.
Besser als eine Regelung hat sich die Verwendung eines Schaltnetzteiles bewährt. Gut dimensioniert, massefrei am Ausgang, geringe Restwelligkeit. Jetzt ist überhaupt kein Brumm oder irgendein Nebengeräusch warnehmbar. Einfach nur Musik.  
 
Gehäuse
 
Nach den guten Ergebnissen der Hörtests habe ich ein Edelstahlgehäuse für den Verstärker konzipiert. Ich habe dem Kopfhörerverstärker 6 Cincheingänge nebst Quellenschalter spendiert, fertig ist der vollwertige Vorverstärker. Das Netzteil wird in einem extra Gehäuse mit der Heizung zusammen ausgelagert.
 
Hörtest
 
Mit der 812A bleibe ich jedesmal bei Heavy Metal, Rammstein oder Techno hängen. Laut hören macht hier süchtig. Live, wild und ungestüm. Ich sollte mein Gehör nicht ruinieren und drehe wieder leiser.
Die 812A übertreiben ein wenig, geben dem Klangbild mehr Raum. Mir gefällt das. Ich drehe jetzt wieder auf.
Man kann mit Senderöhren Kopfhörerverstärker bauen. Mit Vernunft hat das nichts zu tun. Es macht einfach nur Spass.
 

  
  • Röhrenvorverstärker mit externem Netzteil
  • 6 Cincheingänge
  • silvercore Stepperübertrager in Kupfer
  • 812A sigle ended Linestufe
  • single ended Ausgangsübertrager
  • ein Line- und ein Kopfhörerausgang
  • externes Netzteil mit der Gleichrichterröhre 5U4G
  • zwei Siebdrosseln
  • ölgefüllte MKP-Kondensatoren
  • Schaltnetzteile für die Röhrenheizung
  • 2mm Edelstahlgehäuse
  • Trafos und Übertrager in polierten Edelstahlbechern
  • vergoldete Cinchbuchsen

Der Bausatz des Verstärkers enthält alle für den Bau benötigten Bauteile außer der Verdrahtung und Lötmittel.

röhrenvorverstärker 812A mit externem Netzteil Bausatz          2.000,00 €