Wie reinigen wir unseren Strom?

Es bieten sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten an, entweder wir produzieren sauberen Strom, oder wir reinigen den Vorhandenen. Ich will hier nicht zum Kraftwerksbetreiber avancieren, ich will den vorhandenen Strom reinigen.

Und zwar mit einem Filter. Nicht mit einem Netzfilterbaustein in der Größe Streichholzschachtel bis Zigarrenkiste, derartige Filter gibt es zu Genüge, die Ergebnisse sind mehr oder weniger berauschend, grundsätzlich limitieren die Dinger die Dynamik. Kein kleines Spielzeug also, sondern was richtig amtliches.

Die Lösung haben Stefan Götze und ich in der EMV-Meßtechnik gefunden. Da gibt es sogenannte V-Netznachbildungen. Die werden verwendet, um die von einem Prüfling kommenden netzgebundenen Störungen zu messen. Dazu muß der Prüfling natürlich erst mal mit störungsfreiem Netzstrom versorgt werden, den die V-Netznachbildung liefert. Es handelt sich hier im Grunde um einen sehr guten Netzfilter mit Messanschlüssen.

Nachteil dieser kommerziell erhältlichen Netznachbildungen ist, dass sie, normgerecht, nur für einen Bereich von 9 kHz bis 30 MHz spezifiziert sind. Genau sowas suchen wir, nur wesentlich breitbandiger.

Der Netzfilter

Auf dieser Grundlage haben wir ein Gerät entwickelt, das für Audio- und Labor- Anwendungen einen auf 1GHz erweiterten Frequenzbereich aufweist, bei voller Dämpfung von 40dB.

Der Filter wird primärseitig von 3 Phasen-Drehstrom gespeist, alle Phasen sowie Nulleiter durchlaufen einen separaten Filter aus Luftspulen und Kondensatoren. Die Erde PE wird natürlich entsprechend entkoppelt und ebenfalls gefiltert. Am Ausgang stehen dann drei Steckdosen zur Verfügung die jeweils 40dB Dämpfung zum Netz und 80dB untereinander aufweisen.

Um keine Strombegrenzung oder Sättigungsprobleme zu bekommen, außerdem, damit der Filter lastunabhängig arbeitet, werden Luftspulen mit sehr großem Leiterquerschnitt eingesetzt. Die Luftspulen wickeln wir auf eigens gedrehte POM-Rohre mit 120mm Durchmesser und 60cm Länge. Jede einzelne der Spulen ist in einem separaten hf-dichten Gehäusen untergebracht. Ein grosser Ferritfilter im Filtereingang entstört die Netzzuleitung wirkungsvoll im Hochfrequenzfeld.

Die Innenverkabelung erfolft durchgehend mit 16 mm² Kabel. Dementsprechend ist der Innenwiderstand geringer als bei einem guten 2m High-End-Netzkabel, wir messen 30 milli-Ohm. Gegenüber herkömmlichen Filtern ist daher nicht mit einer Beschränkung der Dynamik zu rechnen, trotz deutlich erweitertem Dämpfungsbereich.

Filterwirkung

Die Messergebnisse des Filters lassen sich sehen. Die “Filterwirung unseres Filters” beträgt mindestens 40dB. Das ist der rote Strich auf dem Bildschirm. Das Filter arbeitet lastunabhängig von 9kHz bis 1GHz.

Zur Veranschaulichung: 40 dB Dämpfung bedeutet, daß nur 1 % der Störspannung oder 0,1 % der Störleistung durchgelassen werden.

Die Bilder “Hochfrequenzstörungen im Netz” und “Hochfrequenzstörungen beseitigt” sprechen für sich.

ohne Kompromisse

Wenn der Filter am Netz seine volle Wirkung entfalten soll, und das tut er indem er vehement alle Störungen auf Masse kurzschliesst, wird er also sinnvollerweise vor dem FI-Schutzschalter an das heimische Stromnetz angeschlossen. Dazu empfiehlt sich eine festinstallierte Dose wie wir sie vom Anschluss eines Herdes in der Küche kennen. Der Filter ist ergo mit drei eigenen FI-Schutzschaltern sowie Schraub-Netzsicherungen ausgestattet und entspricht damit allen gängigen Vorschriften. Selbstverständlich kann der Filter bei längerer Abwesenheit mit einem kräftigen Not-Aus-Schalter vom Netz genommen werden.

Da wir uns nach dem Filter nicht wieder feldgebundene HF-Einstreuungen einfangen wollen, erfolgt die Versorgung der Stereoanlage mittels abgeschirmten Leitungen und eigenen drei Steckdosenleisten in denen weitere Ferrit-Filter gegen Hochfrequenz (Handyfunk) integriert sind. Hier schliessen wir die Verbraucher an, eine für analoge Quellgeräte wie Plattenspieler und Vorstufen, eine für digitale Quellen wie CD-Player und eine für die Endstufen.

Wir bauen die Filter grundsätzlich kundenspezifisch. Labor oder Wohnraum. Fest am Netz oder transportabel. Raw oder mit Komfort.

Technische Daten

Strombelastbarkeit: 3 x 35A Dauerbetrieb, 3 x 50A Spitzenleistung
Netzspannungseingang: 3x230V AC+N+PE
Abmessungen bxhxt: 485 mm x 745 mm x 610mm (ohne Bedienelemente und Anschlüsse)
Gewicht: 102 kg
Anschlußleitung: 5 x 16 mm², C-Con
Ausgänge: 3 x 1-Phasig PCE
Überspannungsschutz, FI-Schutzschalter nach der Filterung, 3 Netzsicherungen

Filterwirkung: 9kHz-1GHz, besser 40dB
Filterung getrennt 3 xAC, N und PE

 

 

 

“Hört man das? – Oh ja, das hört man, und zwar sofort und unmissverständlich! Alles, ausnahmslos jede Komponente, die wir bisher angeschlossen haben, klang mit Filter besser als ohne. Es ist beinahe müßig, den Effekt beschreiben zu wollen, derart deutlich ist das Ergebnis. Am besten passen noch Ausdrücke wie aufgeräumter, differenzierter, livehaftiger – am Ende also einfach “echter” …

…Der Silvercore – Netzfilter ist eine Komponente für die wenigen unter uns, die keine Kompromisse eingehen wollen oder eingehen müssen. Er ist derzeit für uns das Maß der Dinge und ein Weg, das Thema Netz zu den Akten zu legen und sich auch des letzten Quentchens Unsicherheit zu entledigen.”

Ingo Schulz, Fidelity 1/2014