WARNHINWEIS


Ein Röhrenverstärker arbeitet mit lebensgefährlichen Anodenspannungen! Für den Nachbau der hier beschriebenen Geräte sind fundierte Kenntnisse der Elektronik und der elektrischen Sicherheit unbedingt erforderlich!!

Ich übernehme keine Haftung für Schäden die beim Bau eines der hier beschriebenen Verstärker entstehen. Weiterhin leiste ich keinen Support sowie irgendeine Gewährleistung für die ordnungsgemäße Funktion der Verstärker.

Wer sich nicht auskennt sollte einen fertig aufgebauten Verstärker kaufen.



Die 833c ist eine große Senderöhre für Sendeleistungen bis 1800W. Hifi Endstufen mit 150Watt im SE-Betrieb sind schon realisiert worden, den Aufwand lässt sich WAVAC allerdings mit einem Verkaufspreis entsprechend eines Einfamilienhauses bezahlen. Wir versuchen hier mal was anderes.
„kiss“ wie der Ami sagt, „keep it simple and smile“
Wir begnügen uns mit etwas weniger Leistung, erfreuen uns am einfachen Aufbau und realisieren einen Verstärker der sich wohltuend vom Mainstream abhebt.

Die Röhre

Die 833c kommen aus chinesischer Fertigung und kosten etwa soviel wie eine B300. Das ist schon mal positiv, zumal der Rest Probleme aufwirft.
Heizung: 10V mal 10A machen 100Watt Heizleistung. Oft scheitert hier das Selbstbauprojekt. Heizen wir mit Wechselspannung, brummt der Verstärker kräftig. Gleichspannung erwartet eine gute Siebung, das wird schnell teuer und aufwendig.
Class A2: Bei der 833c erzeugt ein positiv vorgespanntes Gitter den für den Arbeitspunkt benötigten Anodenstrom. Ein Teil dieses Stromes fließt über das Gitter ab, es entsteht ein Gitterstrom. Strom bedeutet Leistung, ergo muß die Treiberstufe neben der Spannungsverstärkung Leistung aufbringen.

Direct heating

Die Heizung realisiere ich mit Schaltnetzteilen. Die Taktfrequenz liegt mit 100kHz weit jenseits der Hörschwelle und der ripple ist so niedrig, daß die Röhrenheizung nicht zu hören ist.

Der Arbeitspunkt

Ich habe die”dicke Berta” mit 600V Anodenspannung gespeist und die Kathode auf Masse gelegt. Damit ist das Gitter 0V und ich messe einen Anodenstrom von etwa 80mA. 700 x 0.08 ergeben 50Watt Anodenverlustleistung. Entsprechend der Wahl des Ausgangsübertragers lassen sich bis zu 37Watt an 8Ohm, allerdings bei stark ansteigenden Verzerrungen, erzielen. Bis etwa 15Watt halten sich die Verzerrungen in moderaten Grenzen.

Der Ausgangsübertrager

Die anfangs eingesetzten EI96 Kerne (300b Verstärker) sind bereits bei etwas mehr als Zimmerlautstärke in die Sättigung gegangen. Also bekommen die 833c adäquate Spielpartner die auf volle 40W Leistung bis 16Hz ausgelegt sind. Einen solchen Übertrager anzufertigen ist nicht gerade eine leichte Übung. Das Format entspricht in etwa dem eines Schweißtrafos mit 450W. Jetzt kommen die Bässe standesgemäß brutal und druckvoll wie selten gehört.

Die Treiberstufe

Die Treiberstufe sollte möglichst niederohmig die Endröhre ansteuern. Hier wird gerne ein Interstageübertrager eingesetzt, genausogut geht aber auch ein kräftiger SRPP-Treiber mit der EL34. Die 600V Anodenspannung teilt sich auf die zwei kaskadierte Röhren auf, sodaß an jeder Röhre 300Volt anliegen. Die EL34 passt hier ideal, sie bietet eine 12-fache Verstärkung und genügend Leistung.
Der Treiberstufe ist keine weitere Vorröhre vorgeschaltet, die hier notwendige Spannungsverstärkung übernimmt ein Studioübertrager 1:5. Die Vorteile liegen in der symmetrisch erdfreien Beschaltung.
Mit dem Eingangsübertrager ist die Endstufe normal empfindlich, es reichen ca. 2V / 600Ohm zur Vollaussteuerung. Optimale Ergebnisse werden erreicht, wenn der Vorverstärker einen XLR Ausgang besitzt, da dann die Vorteile der symmetrischen Leitungsführung voll genutzt werden können.

Der Bausatz

Die Gehäuse sind aus 2mm gebürstetem Edelstahl CNC geschnitten und gekantet. Die Trafos und Übertrager in hochglanzpolierte Becher vergossen.
Auf den Fotos kann man den Aufbau gut erkennen. Ein nettes Detail ist der unter den Röhren eingebaute Lüfter, der die Abwärme der Schaltnetzteile aus dem Gehäuse bläst und die Senderöhre zusätzlich kühlt. Da der Lüfter mit 5V betrieben wird, ist wenig davon zu hören.
Die Endröhren erhalten schöne Glasvitrinen um unvorsichtige Finger vor Hochspannung und Hitze zu schützen.
Die Treiberstufe mit Eingangsübertrager findet auf einer doppelseitig kaschierten Platine mit vergoldeten Leiterbahnen Platz, ebenso ist das Netzteil auf Platine realisiert um einen zügigen und vor allem einfachen Aufbau zu gewährleisten.

Preise

Der Bausatz enthält alle zum Bau notwendigen Teile außer Werkzeug, Lötmittel und Verkabelung, die Endröhre 833c muss extra geordert werden

  • Gehäuse aus 2mm Edelstahl gebürstete Oberfläche
  • wahlweise auch in Strukturlack antrazit
  • Treiberplatine mit Eingangsübertrager und EL34 Röhren
  • Leitplastikpoti zur Lautstärkeanpassung mit massiv gedrehtem Edelstahlknopf
  • Trafo, Drossel und Netzteilplatine mit low ESR-Elkos
  • Ausgangsübertrager biamping 2x 4 Ohm (16Ohm seriell)
  • Schaltnetzteile zur Röhrenheizung
  • super silent Lüftergebläse
  • Glasscheiben zum Aufbau der Vitrien
  • gefräste Röhrenfassung für die Endröhre aus Delrin
  • alle zum Aufbau erforderlichen Mechanikteile
Bausatz silvercore 833c amp stereo                  4.000,00 €
Röhre 833c China / Stück                        120,00 €
Aufpreis Gehäuselack antrazit                         80,00 €
Glashauben fix und fertig geklebt                         60,00 €
Eingangsübertrager Silberlegat20                    300,00 €
Eingangsübertrager Reinsilber                    900,00 €
Innenverkabelung “space cable”                    120,00 €
8 Lyd Dämpferfüsse                   460,00 €
Holz-Transportkiste                    100,00 €

Messwerte

Die folgenden Messwerte wurden mit Wandel&Goltermann SPM11 und PSE 11 ermittelt und können sich sehen lassen:
Frequenzgang -3dB 12Hz, -2dB 15Hz bis -2dB 20kHz, -3dB 22kHz, nach der Resonanzsenke um 37kHz geht der Frequenzgang bis -3dB 50kHz. Kommentar: Ausgewogen im ganzen Hörbereich bis in den tiefsten Keller!
Klirrwerte bei Leistungsaussteuerung 10Veff (12,5W)
20Hz K2 -22dB k3 -32dB, 1kHz k2 -28dB k3 -30dB, 20kHz k2 -25dB k3 -35dB Kommentar: das sind nur 4% bei satter Lautstärke im Hörbereich und excellente 8% im Tiefbass 20Hz.
Störspannung
20Hz -90dB, 50Hz -40dB, 100Hz -40dB, 1kHz -90dB, 20kHz -90dB  Kommentar: keine Streuungen der Schaltnetzteile, Restbrumm des Netzteiles bei 50 und 100Hz unter 1mV
Im Anschluss an die eigenen Messungen haben wir zur CE-Zertifizierung den Verstärker der EMV Prüfung unterzogen.

Downloads

hier gibt´s den   Bauplan_signal   und den  Bauplan_Netzteil  als Download

 

 

..Eine so perfekte Synthese aus röhrentypischen Klangidealen und halbleitertypischen Tugenden findet man selten. Die 833 spielen einmalig leichtfüßig aber mit richtig “Pfund” und Substanz. Wirkungsgrad bei den angeschlossenen Lautsprechern trotz ordentlicher Nennleistung ist kein Fehler, und wenn´s nur um einen Maximalpegel jenseits der Vernunftgrenze geht. Was diese beiden Röhrenmonster mit unserem mit 92 Dezibel und sattem Tiefgang beseelten CT240 anstellen, das ist schon atemberaubend: Diese Kombi stellt jedwelches Musikmaterial mit absoluter Souveränität und Leichtigkeit in den Raum; dabei ist es weitgehend egal, ob wir gerade eine Aida-Einspielung hören oder AC/DC: Der minimal geschönte, stets aufregende Sound der 833 bekommt jedem Musikmaterial, die ungeheure Stabilität und Wucht in den tiefen Lagen sowiso.
Wenn Sie mich fragen: Bauen, die Dinger, Ganz schnell…”

Holger Barske, Klang+Ton 2/2009

 

“Hallo Herr Kraus,

einmal kurz zur Info, ich habe meine Endstufen fertig und sie laufen richtig gut! Vor allem mit den Tannoys ein Traum!
Das Kleben der Glaswürfel klappte auch recht gut und kann sich sehen lassen. Eine kurze Baudokumention finden Sie auf meiner Webseite:

http://www.knipschild.net/projekt833c.htm

Da wird bestimmt nochmal ein Röhrenprojekt folgen!Vielleicht folgt auch noch der Ein oder Andere aus dem HifiFreunde Kreis, einige Abende sind schon ausgebucht zum Probehören.

Danke für den Support!

Grüße
Claus Knipschild”

 

“Ihr Ratschlag einfach einzuschalten und zu sehen wie’s läuft war goldrichtig.
Also, hier die Erfolgsmeldung: habe Eingeschaltet und alles lief (natürlich) super (etwas mehr Selbstvertrauen…).

Optisch ein Hammer. Sieht besser aus als auf den Fotos, die Größenrelationen und die Perspektive ist im Original einfach anders. Die Röhren glühen wie ein Kaminfeuer. Ich habe die Beleuchtung der Ventilatoren nicht ausgeschaltet (Zufall), der Kontrast des blauweißen Sockels und der gelben Röhren finde ich gut. Wenn sich meine Meinung ändert kann ich’s ja ändern…

Der Klang: nun ist ja noch nichts eingespielt, aber der trockene Bass, die klingenden Höhen und die unangestrengten Mitten ….. einfach Klasse. Meine “Referenz”-CD ist “Auberge” von Chris Rea. Die kenne ich gut und sie hat einige “schwierige” Stellen. Die meistert die 833c ohne das geringste Problem. Da wo’s mit meinen alten ES haarig wurde geht Ihre Endstufe mit Leichtigkeit ‘drüber weg.
Und was ich als Bewohner einer Wohnung mit Nachbarn Klasse finde: es ist nicht nötig laut aufzudrehen, auch bei moderater Lautstärke ist alles da. Die Bässe, die Mitten, die Höhen…. Einfach traumhaft.

Also kurz: vielen Dank !”

Michael Tomzig

 

Werter Herr Kraus.

Ein kleines Fazit nach 2 Jahre Betrieb mit dem 833C Bausatz Amp.
Nach anfänglichen Problemen mit den Gleichrichtern sind die Geräte im täglichen Betrieb (min 4 Stunden) und haben sonst keinerlei weitere Ausfälle gehabt.
Perfekter Klang und praktisch keine Mikrofonie in Kombination mit amerikanischen Taylor 833A.
Klingt wesentlich feiner als die China 833C mit nur minimalen Einbußen im Bassbereich.
Nach 2 Jahren praktischem Dauerbetrieb im Familienumfeld bin ich nachwievor höchst zufrieden mit dem Verstärker und auch kein anderes Produkt hat mich bis jetzt überzeugt irgendetwas besser zu können.
Einzig ein leichtes Leistungsmanko beim Trentemöller war bis jetzt auszumachen, da mussten aber sehr schwere Transistorgeschütze aufgefahren werden um eine Verbesserung zu bringen und das bei Lautstärken die man als gehörschädigend einstufen kann.
Danke nochmal für das hervorragende Produkt.

Gruß Ing. Thomas Weiss